So entstand der Fußtrainer

Mein Leidensweg begann, als sich der Ballenbereich des linken Vorfußes entzündete, anschwoll und starke Schmerzen verursachte. Die monatelange, eingeschränkte Bewegungsfreiheit führte zu einer Gewichtszunahme und damit zu einer weiteren Verschlimmerung des Fußleidens, zu Bluthochdruck, Muskelschwund und so fort. Ein Teufelskreis!

 

Der Orthopädiefacharzt verschrieb mir nach einer Akutbehandlung mit einer Injektion und entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten, spezielle Schuheinlagen. Die erhoffte Besserung blieb aus. Bei einem weiteren Besuch des Facharztes wurde mir eine wesentlich dickere Schuheinlage verschrieben, die den angeschwollenen und schmerzenden Ballenbereich noch mehr entlasten sollte. Wenn auch diese Einlage nicht den gewünschten Erfolg bringen sollte, stand eine Operation in Erwägung.

 

Der Orthopädieschuhmacher wies mich darauf hin, dass die neuen Einlagen in keinen normalen Schuh mehr passen würden und nur mit speziellen Schuhen bzw. Sandalen zu tragen sind. Er empfahl mir, zunächst Fußgymnastik zu betreiben. Insbesondere sollte ich so oft wie möglich mit den Zehen nach Kieselsteinen, Bleistiften oder Ähnlichem greifen und aufheben. Beugen und Strecken der Zehen allein, ohne dabei etwas zu ergreifen, bewirkt zu wenig Trainingseffekt. Bei der Übung soll man ein ziehendes Gefühl bis in die Oberschenkel spüren. Nach seiner Meinung müsste sich das Problem nach einigen Wochen bessern und eine Operation sollte nur der allerletzte Ausweg sein.

 

So gut der Rat des Schuhorthopäden auch war, im Alltag zeigten sich praktische Grenzen. Von einem erfahrenen Masseur, der mich ebenfalls behandelte, erhielt ich die Empfehlung, mir einen kleinen dachförmigen Schemel zu bauen. Das Festhalten mit den Zehen auf dem Dachgiebel, soll den nötigen Trainingseffekt für die Zehenmuskulatur bewirken. Diese Übung war sehr schmerzhaft, da die Anordnung der Zehengelenke eine gebogene Form hat und der Dachgiebel gerade ist. Beide Theorien hatten ihre Richtigkeit, nur an der praktischen Anwendbarkeit mangelte es noch.

 

Meine Internetrecherchen ergaben ebenfalls viele Empfehlungen. Unterschiedlichste Geräte und Trainingsmethoden werden angeboten. Auch nach intensiver Auseinandersetzung mit diesem Thema, habe ich nichts gefunden, was ich als wirkungsvoll und alltagstauglich genug empfand.

 

Von den Injektionen, Medikamenten, Fußbädern, Einreibungen, Topfenwickeln etc. und sonstigen erfolglosen Behandlungen enttäuscht, habe ich mir selbst ein Trainingsgerät angefertigt, das in Summe meinen Vorstellungen entsprach. Ich übte damit langsam beginnend, um die Füße nicht zu überlasten, 2 – 3 mal täglich etwa eine Minute lang. Manchmal mehrere Tage hintereinander, manchmal einige Tage nicht. Binnen drei Wochen war der seit mehreren Monaten entzündete Vorfußballen völlig normal und schmerzfrei. Nach langen Wanderungen war die Ermüdung deutlich weniger zu spüren als zuvor. Mit Staunen bemerkte ich, dass sich auch meine Krampfadern deutlich zurückgebildet hatten. Schuheinlagen brauche ich nicht mehr. Mit über 70 Jahren kann ich wieder laufen wie in jungen Jahren und nehme auf der Treppe zwei Stufen auf einmal.

 

Nach dem Verschwinden meiner Fußbeschwerden suchte ich noch einmal den Orthopädie-Facharzt auf, der den Heilerfolg bestätigte. Die Übungen mit dem Fußtrainer beurteilte er sehr positiv. Die Bestätigung durch einen Facharzt war mir wichtig, um von mir eventuell unerkannte Gefahren zu vermeiden.

 

Folgende Kriterien haben sich als die wesentlichsten erwiesen:

  • Ein starker Gegenzug gegen die Zehen-Beugemuskeln um einen ausreichenden Trainingseffekt für die Greifmuskulatur zu erzielen. 
  • Langsam beginnen, mit einer halben Minute 2 - 3 mal täglich, keine Übertreibungen, keine Schmerzen.
  • Jeder Anspannung muss in einem langsamen Rythmus eine Entspannung folgen.
  • Der Fußtrainer muss dort stehen, wo man täglich daran erinnert wird und auch kurz Zeit hat z.B. im Bad, Büro, Küche, etc..
  • Jede Übung soll ein angenehmes Gefühl hinterlassen, um zur nächsten Übung zu animieren.
  • Die Übungen sollen einen Zusatznutzen bieten, wie Aktivierung von Kreislauf, Venenpumpe, Throboseprophylaxe, etc.

In den Monaten danach habe ich für Freunde, Bekannte und Verwandte - natürlich kostenlos - weitere Fußtrainer gemacht und sie mehrmals nachjustiert. Die Heilerfolge im kleinen Kreis haben den Wunsch geweckt, auch einer größeren "Fußtrainer-Familie" diese Möglichkeit zur Gesundheit der Füße anzubieten.

 

Mit bestem Dank für Ihr Interesse wünsche ich Ihnen vorallem noch viele Jahre auf gesunden Füßen.

 

Nußdorf, den 22. Jänner 2015

 

Manfred Hemetsberger